{"id":23947,"date":"2021-06-18T00:00:00","date_gmt":"2021-06-17T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.siroko.com\/blog\/c\/radsport-fur-anfanger-fahren-in-der-gruppe\/"},"modified":"2021-09-15T13:25:00","modified_gmt":"2021-09-15T11:25:00","slug":"radsport-fur-anfanger-fahren-in-der-gruppe","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.siroko.com\/blog\/c\/de\/radsport-fur-anfanger-fahren-in-der-gruppe\/","title":{"rendered":"Radsport f\u00fcr Anf\u00e4nger: Fahren in der Gruppe"},"content":{"rendered":"<p><b><\/b><span style=\"font-weight: 400;\">Das Radfahren in der Gruppe kann <\/span><b>geplant sein oder spontan <\/b><span style=\"font-weight: 400;\">erfolgen. Bei Ersterem wird die Tour im Voraus unter Freunden, anderen Radsportlern oder in Radsportvereinen organisiert. Und wir meinen hiermit nicht Radrennen oder andere Radsportveranstaltungen, denn hier sind die Bedingungen in der Regel noch einmal anders und bevor man in einem Peloton f\u00e4hrt, sollte man sich erst einmal mit dem Fahren in der Gruppe vertraut machen. Bei spontanen Gruppenfahrten st\u00f6\u00dft ein einzelner Radsportler auf eine Gruppe und schlie\u00dft sich ihr an.<\/span><\/p>\n<p><b><\/p>\n<li>Geplante Gruppenfahrten<\/li>\n<p><\/b><\/p>\n<p><b>Zuerst sollte man die &#8220;Gruppenregeln&#8221; erlernen, sofern es sie denn gibt. <\/b><span style=\"font-weight: 400;\">Wie viel F\u00fchrungsarbeit ist zu leisten, wie funktionieren Rotationen, welches Tempo auf der Strecke, wie lange Pausen f\u00fcr Reparaturen oder Kaffee, nach Anstiegen wie lange warten, um sich neu zu gruppieren&#8230; <\/span><b>Wenn du neu in der Gruppe bist und niemanden kennst, der dir helfen k\u00f6nnte, frage einfach<\/b><span style=\"font-weight: 400;\">, so f\u00e4llst du nicht negativ auf. Oder <\/span><b>bleibe hinten im Pulk und finde so heraus, wie der Hase l\u00e4uft.\u00a0\u00a0\u00a0<\/b><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Radfahrergruppen gibt es in allen Formen und Gr\u00f6\u00dfen. Freunde, die gemeinsam losziehen, um die Tour zu genie\u00dfen und keine Regeln aufstellen. Vereine mit Pl\u00e4nen und Regeln wie Schutzblechpflicht bei Regen. Und dann gibt es Radlergruppen, bei denen die mangelnde Kontrolle so weit geht, dass es selbst f\u00fcr die erfahrensten Sportler gef\u00e4hrlich wird.\u00a0 \u00a0<\/span><\/p>\n<p><b><\/p>\n<li>Spontane Gruppenfahrten<\/li>\n<p><\/b><\/p>\n<p><b>Im zweiten Szenario ist der Radsportler zun\u00e4chst allein unterwegs. <\/b><span style=\"font-weight: 400;\">Stelle dir vor, du bist wie immer allein unterwegs,<\/span><b> triffst auf der Strecke auf eine Gruppe von Radsportlern und beschlie\u00dft, zu der Gruppe auf-<\/b> <b>und dich ihr anzuschlie\u00dfen.\u00a0<\/b><\/p>\n<p><b>Hier hei\u00dft die Devise zun\u00e4chst einmal h\u00f6flich sein und gr\u00fc\u00dfen. <\/b><span style=\"font-weight: 400;\">Dann solltest du<\/span><b> das Schlusslicht<\/b> <b>der Gruppe fragen, wohin die Gruppe f\u00e4hrt und ob du dich ihr anschlie\u00dfen und hinten im Pulk mitfahren kannst. <\/b><span style=\"font-weight: 400;\">Ein Nein ist eher unwahrscheinlich, aber es gibt Ausnahmen. Sollte das dennoch passieren, hast du zwei Optionen: Lasse die Gruppe davonziehen, indem du langsamer wirst und versuche, ihr Nein zu verstehen. Oder \u00fcberhole sie, als ob du sagen wolltest: <\/span><i><span style=\"font-weight: 400;\">&#8220;Kein Problem, ihr k\u00f6nntet so oder so nicht mit mir mithalten&#8221;.<\/span><\/i><\/p>\n<p><b>Wenn, dann wirst du dich aller Voraussicht nach hinten im Pulk einreihen d\u00fcrfen <\/b><span style=\"font-weight: 400;\">und das ist gut, denn<\/span> <span style=\"font-weight: 400;\">so kannst du Kraft sparen und sehen, wie das Fahren in der Gruppe funktioniert. Vielleicht hat das Schlusslicht der Gruppe keinen Nebenmann und ihr k\u00f6nnt euch gegenseitig Gesellschaft leisten und euch unterhalten.<\/span><b> Aber denke daran: Es ist dein erstes Mal<\/b><span style=\"font-weight: 400;\">, versuche konzentriert zu bleiben. Wenn es dir schwerf\u00e4llt, dich zu unterhalten und gleichzeitig zu fahren, teile es deinem Nebenmann mit. Ihm geht es vielleicht genauso.<\/span><\/p>\n<h3><b>Verkehrsregeln und gesunder Menschenverstand<\/b><\/h3>\n<p><b>Meistens wird in Zweierreihen gefahren, das ist von der Stra\u00dfenverkehrsordnung her erlaubt, solange die Stra\u00dfe gen\u00fcgend Platz bietet <\/b><span style=\"font-weight: 400;\">und der Verkehr ungehindert flie\u00dfen kann. <\/span><b>Wenn die Stra\u00dfe schmal ist<\/b><span style=\"font-weight: 400;\">, der Seitenstreifen nicht ausreicht oder es eine Steigung gibt, auf der sich Radfahrer viel langsamer fortbewegen als andere Fahrzeuge, sollte man <\/span><b>hintereinander fahren<\/b><span style=\"font-weight: 400;\">, damit Autos, Motorr\u00e4der, Lkw und andere Radfahrer passieren k\u00f6nnen.<\/span><\/p>\n<p><b>Wie auf einer Schnur in Zweierreihen zu fahren ist schwierig, schlie\u00dflich f\u00e4hrt man im Radsport nicht auf Schienen. Ziel ist jedoch immer die Optimalformation <\/b><span style=\"font-weight: 400;\">und das aus mehreren Gr\u00fcnden: um ein Vorbild zu sein, um Unf\u00e4lle innerhalb der Gruppe und mit anderen Fahrzeugen zu vermeiden, um zu lernen, am Vordermann zu bleiben und dabei ausreichenden Sicherheitsabstand einzuhalten und um das \u00dcberholen zu erm\u00f6glichen. <\/span><b>Gesunder Menschenverstand und R\u00fccksichtnahme sind bei Gruppenfahrten das A und O.<\/b><\/p>\n<h3><b>Anf\u00e4ngertipps zum Fahren in der Gruppe\u00a0\u00a0<\/b><\/h3>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Am Anfang erfordert es <\/span><b>viel Konzentration<\/b><span style=\"font-weight: 400;\">, weil man auf Dinge achten muss, \u00fcber die man sich als Einzelfahrer keine Gedanken machen muss (Hinterrad des Vordermanns, Nebenmann, Signale aus der Spitze usw.).\u00a0<\/span><\/p>\n<p><b>Wenn du das Gef\u00fchl hast, angespannt zu sein, lasse dich nach hinten fallen und vergr\u00f6\u00dfere den Sicherheitsabstand so lange, bis du mehr Selbstvertrauen gewonnen hast.<\/b><\/p>\n<p><b>Beginne mit einer Fahrradl\u00e4nge Abstand <\/b><span style=\"font-weight: 400;\">zwischen deinem Vorderrad und dem Hinterrad deines Vordermanns.<\/span><b> Nach und nach wirst du deine Angst \u00fcberwinden und eine Art &#8220;sechsten Sinn&#8221; f\u00fcr das Radfahren entwickeln.<\/b><\/p>\n<p><b>Halte eine konstante,<\/b><span style=\"font-weight: 400;\"> der Gruppe und dem Gel\u00e4nde angepasste<\/span><b> Geschwindigkeit. Beschleunige oder bremse niemals abrupt, egal ob du hinten, in der Mitte oder vorne f\u00e4hrst.\u00a0<\/b><\/p>\n<p><b>Bei Steigungen ist grunds\u00e4tzlich Vorsicht geboten. <\/b><span style=\"font-weight: 400;\">Logischerweise wird die Gruppe von vorne nach hinten immer langsamer.<\/span><b> Lasse also etwas mehr Platz und rechne immer mit m\u00f6glichen Auffahrunf\u00e4llen.<\/b><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">F\u00fcr deine ersten Gruppenfahrten empfehlen wir dir, <\/span><b>die H\u00e4nde an den Barends und die Finger an oder in N\u00e4he der Bremshebel zu positionieren, um bei Bedarf schnell bremsen zu k\u00f6nnen.<\/b><span style=\"font-weight: 400;\"> F\u00fcr eine aerodynamischere Position kannst du deine H\u00e4nde auch an den Unterlenkern platzieren. Diese beiden Bereiche sind am sichersten.\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Die H\u00e4nde beim Fahren in der Mitte oder au\u00dfen am Lenker, fernab der Bremshebel, zu platzieren, erfordert Selbstbewusstsein und Vertrauen in sich selbst und in die anderen Fahrer der Gruppe. Alles eine Frage der Erfahrung.<\/span><\/p>\n<h3><b>Kommunikation = Sicherheit<\/b><\/h3>\n<p><b>Es ist wichtig zu kommunizieren, was passiert oder was passieren wird. Die Spitze sollte per Handzeichen und verbal auf m\u00f6gliche und tats\u00e4chliche Gefahrenquellen hinweisen.<\/b><\/p>\n<p><b>Die Zeichen sollten wiederholt gegeben und durch das Feld weitergeleitet werden, <\/b><span style=\"font-weight: 400;\">besonders dann, wenn es sich um eine gro\u00dfe Gruppe handelt.<\/span><\/p>\n<p><b>Gefahrenquellen <\/b><span style=\"font-weight: 400;\">(gef\u00e4hrliche Kurven oder Kreuzungen, Schlagl\u00f6cher, Zug- oder Stra\u00dfenbahnschienen, \u00d6lflecken usw.) sowie <\/span><b>Hindernisse <\/b><span style=\"font-weight: 400;\">wie geparkte Autos, Menschen oder Tiere<\/span><b> gibt es auf der Stra\u00dfe viele<\/b><span style=\"font-weight: 400;\">. Und man sollte nicht nur auf Gefahren hinweisen, sondern seine Mitfahrer auch \u00fcber <\/span><b>eigene Bewegungen und Vorhaben informieren, z. B. ob man aus dem Sattel gehen, sich schn\u00e4uzen oder spucken will.<\/b><\/p>\n<h3><b>Was man beim Radfahren in der Gruppe vermeiden sollte<\/b><\/h3>\n<p><b>Niemals schneller als der Nebenmann<\/b><span style=\"font-weight: 400;\"> (dein Partner sollte dir nie hinterherfahren m\u00fcssen). Fahre immer auf H\u00f6he deines Nebenmanns.<\/span><\/p>\n<p><b>Beim F\u00fchrungswechsel keinesfalls dr\u00e4ngeln (\u00fcberm\u00e4\u00dfig beschleunigen), dies kann dazu f\u00fchren, dass der eigene Hintermann zur\u00fcckf\u00e4llt und die Linienformation aufbricht.<\/b><\/p>\n<p><b>Nicht zu dicht auf den Vordermann auffahren <\/b><span style=\"font-weight: 400;\">(dein Vorderrad darf nicht zu nahe an oder neben dem Hinterrad deines Vordermanns sein). Jede Seitw\u00e4rtsbewegung kann hier dazu f\u00fchren, dass eure Reifen sich ber\u00fchren und du als Hintermann wirst dadurch h\u00f6chstwahrscheinlich zu Fall kommen. Im Radsportjargon spricht man hier von &#8220;Reifenber\u00fchrung&#8221;.<\/span><\/p>\n<p><b>Nicht st\u00e4ndig auf dein Vorderrad oder das Hinterrad deines Vordermanns schauen, <\/b><span style=\"font-weight: 400;\">sonst verpasst du m\u00f6gliche Gefahrenquellen oder die Signale deiner Mitfahrer.<\/span><\/p>\n<p><b>Nicht so spucken und schn\u00e4uzen, als ob du allein unterwegs w\u00e4rst. <\/b><span style=\"font-weight: 400;\">Schere ein bisschen aus und teile der Gruppe per Handzeichen oder verbal mit, was du vorhast.<\/span><\/p>\n<h3><b>M\u00f6glichkeiten, in einer Gruppe zu fahren und die Spitze zu wechseln<\/b><\/h3>\n<p><b><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.siroko.com\/blog\/c\/app\/uploads\/2021\/07\/double.gif\" alt=\"\" title=\"\"><\/b><\/p>\n<p><b>Rotation in Doppelreihe, <\/b><span style=\"font-weight: 400;\">hier wechselt die F\u00fchrung alle 5-10-15 Minuten, indem die Doppelspitze sich nach hinten fallen l\u00e4sst. Je nach Stra\u00dfenverlauf scheren die Fahrer entweder leicht nach rechts und links oder beide zur gleichen Seite aus.<\/span><\/p>\n<p><b><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.siroko.com\/blog\/c\/app\/uploads\/2021\/07\/single.gif\" alt=\"\" title=\"\"><\/b><\/p>\n<p><b>Rotation in Einzelreihe. <\/b><span style=\"font-weight: 400;\">Die Rotationszeiten k\u00f6nnen von einigen Sekunden bis zu mehreren Minuten reichen. Die Rotation wird durchgef\u00fchrt, indem die Spitze ausschert, langsamer wird (aber weiter in die Pedale tritt, um das Tempo zu halten) und sich ganz nach hinten fallen l\u00e4sst. Dann \u00fcbernimmt ihr Hintermann die F\u00fchrungsarbeit und beh\u00e4lt ein konstantes, dem Gel\u00e4nde entsprechendes Tempo bei. Soll das Tempo erh\u00f6ht werden, sollte dies schrittweise erfolgen.<\/span><\/p>\n<p><b><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.siroko.com\/blog\/c\/app\/uploads\/2021\/07\/rotating.gif\" alt=\"\" title=\"\"><\/b><\/p>\n<p><b>Die dritte M\u00f6glichkeit, organisiert in der Gruppe zu fahren, ist das Rotieren in der Staffel, <\/b><span style=\"font-weight: 400;\">hier wechselt die Spitze alle paar Minuten oder sogar Sekunden. Die rotierende Staffel ist die beste M\u00f6glichkeit, um bei minimaler Anstrengung ein hohes Tempo zu fahren, da die Formation aus zwei Reihen besteht: eine f\u00fcr die Radfahrer, die mit h\u00f6herer Geschwindigkeit nach vorne rotieren und die andere f\u00fcr die Radfahrer, die mit niedrigerer Geschwindigkeit nach hinten rotieren. Bei der Rotation schert der f\u00fchrende Fahrer aus und bremst leicht ab, sein Hintermann \u00fcbernimmt die F\u00fchrungsarbeit und tut es ihm dann gleich; und so geht es immer weiter. Sobald der Fahrer das Ende der Gruppe erreicht, tritt er\/sie wieder in die Rotation ein.<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Radfahren in der Gruppe kann geplant sein oder spontan erfolgen. Bei Ersterem wird die Tour im Voraus unter Freunden, anderen Radsportlern oder in Radsportvereinen organisiert. 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