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Sonnenbrillengläser: Ratgeber zu Tönung und Farbe

Du bist auf der Suche nach einer Rennradbrille und weißt nicht, welche Tönung welchen Zweck erfüllt oder du willst wissen, welche Glasfarbe sich am besten fürs Mountainbiken eignet? In diesem Beitrag findest du alle Informationen, die du brauchst, um die für dich passende Fahrrad- oder auch Ski- und Freizeitbrille zu finden. 

Bevor wir beginnen, noch schnell ein paar Grundbegriffe: 

  • Glastönung – Die Farbe, mit der das “Glas” der Brille getönt ist. Die Tönung kann uni oder mit Farbverlauf sein und wirkt wie ein Lichtfilter. Sie kann den Kontrast erhöhen, die Farbe verstärken, die Schärfe erhöhen, usw.
  • Polarisierende Brillengläser – Polarisierende Brillengläser verfügen über einen Filter, der verhindert, dass das von flachen Oberflächen reflektierte Sonnenlicht horizontal auf die Augen trifft. Er lässt nur das Licht durch, das vertikal einfällt. Auf diese Weise wird man nicht durch Reflexionen von der Straße, anderen Fahrzeugen, Meerwasser usw. geblendet.
  • Selbsttönende Brillengläser – Selbsttönende Brillengläser hellen sich auf oder verdunkeln sich, je nachdem, wie intensiv die ultraviolette Strahlung ist. Wenn es sehr sonnig ist, werden sie dunkler und wenn es keine Sonne gibt, werden sie heller. Falls du mehr darüber erfahren möchtest, findest du hier einen Beitrag, der sich ausschließlich dieser Art von Brillengläsern widmet.
  • Verspiegelte Gläser – Verspiegelte Sonnenbrillen verfügen über eine sehr dünne äußere Beschichtung, die das Licht reflektiert und so die Lichtmenge reduziert, die aufs Auge trifft. Sie sind besonders für sehr sonnige Tage geeignet, da sie die Blendeffekte reduzieren und die Augen weniger ermüden lassen. 

Zwei WICHTIGE Hinweise, die es zu beachten gilt:

  1. Glastönung ist nicht automatisch gleich sichtbare Farbe. Dies gilt insbesondere für verspiegelte Modelle, da die Beschichtung die Glastönung überdeckt.
  2. Unsere Farbwahrnehmung richtet sich ausschließlich nach der Tönung, nicht nach der sichtbaren Farbe und auch nicht danach, ob die Brille polarisiert, selbsttönend oder verspiegelt ist. Bedeutet, schwarze Brillengläser können polarisiert und zugleich silber, schwarz oder grün verspiegelt sein. Unsere Farbwahrnehmung bleibt davon unbeeinflusst. Gleiches gilt für selbsttönende Modelle mit gelben Gläsern, welche bei schlechten Lichtverhältnissen oder Nebel den Kontrast erhöhen und deren Tönung sich je nach UV-Strahlung verdunkelt oder aufhellt.

Es sei auch darauf hingewiesen, dass ein polarisiertes Glas, sei es mit oder ohne Verspiegelung, durch die Verringerung der Blendwirkung eine naturgetreue Farbwahrnehmung und einen natürlichen Kontrast ermöglicht.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist, dass der Schutzgrad einer Sonnen- oder Fahrradbrille bestimmt wird durch: 

  1. Den UV-Strahlenfilter, der laut ISO 12312-1:2013+Amd 1 2015 bei allen im Handel befindlichen Sonnenbrillen UV400 betragen muss. Das heißt, dass das Glas 99 % bis 100 % der UV-Strahlung mit einer Wellenlänge von weniger als 400 Nanometern blockiert. 

uv400

  1. Die Glaskategorie, sie gibt die Lichtdurchlässigkeit in Prozent an (VLT), also wie viel Licht das Brillenglas durchlässt. Sie reicht von 0 bis 4, wobei Kategorie 0 den höchsten VLT-Wert aufweist und am meisten Licht  durchlässt und Kategorie 4 die größte Lichtmenge blockiert.

Kategorie

0

1

2

3

4

VLT %

80% – 100%

43% – 80%

18% – 43%

8% – 18%

3% – 8%

Sonne

Bewölkt

Schwach

Mittel

Intensiv

Sehr intensiv

Den Brillenkauf sollte man also nicht allzu leichtfertig angehen. Denn es kann sein, dass man sehr dunkle Brillengläser erwirbt, mit denen man ohne zu blinzeln in die Sonne schauen kann und trotzdem ist man der UVA- und UVB-Strahlung schutzlos ausgeliefert, was absolut leichtsinnig ist. Beim Brillenkauf gilt es also als Erstes darauf zu achten, dass das Glas über UV400-Schutz verfügt.

Welche Tönung eignet sich am besten zum Radfahren?

Das kommt darauf an. Eine allgemeingültige Antwort gibt es nicht, da bei der Wahl der Glastönung mehrere Faktoren eine Rolle spielen:

  • Die Radsportdisziplin. 
  • Die Witterungsbedingungen
  • Das Terrain, auf dem man fährt oder fahren will. Zum Beispiel, ob es sehr schattig ist oder ob es sich um ein Gebiet in Meeresnähe handelt.
  • Wie intensiv das Licht ist. Die Jahres- oder Tageszeit, die Höhe, der Breitengrad usw. beeinflussen Lichtmenge und -intensität. 
  • Persönliche Vorlieben. 

Werfen wir also einen Blick auf die gängigsten Tönungen. Schauen wir uns an, wie sie sich auf unser Sehvermögen und unsere Lichtwahrnehmung auswirken und unter welchen Umständen welche Tönung zu empfehlen ist oder eben nicht:

Schwarz und Grau

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Ein schwarzes oder graues Brillenglas der Kategorie 3 reduziert die Lichtmenge, die auf das Auge trifft, die Augen ermüden also weniger.

Farbgetreue Darstellung.

Perfekt für den alltäglichen Gebrauch und Sonnentage, insbesondere auf dem Rennrad. Auch geeignet für bewölkte Tage mit hoher Lichtintensität.

Nicht geeignet für MTB-Fahrten in Gebieten mit viel Schatten oder in denen die Wahrnehmung von Tiefen und Kontrasten besonders wichtig ist.

Nicht für Nachtfahrten geeignet.

Braun

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Nicht gerade eine Trendfarbe, allerdings filtern braun getönte Brillengläser blaue Lichtwellen heraus, verstärken das Grün und sorgen so für mehr Kontrast und Klarheit und eine bessere Tiefenwahrnehmung. 

Brillen mit braun getönten Gläsern bieten genauso viel Schutz wie schwarze oder graue Gläser und eignen sich daher fürs Rennradfahren und Mountainbiking an hellen Sonnentagen. Wie die vorigen Gläser sind auch sie für Nachtfahrten ungeeignet.

Bernsteinfarben

Bernsteinfarbene Gläser haben einen ähnlichen Lichtfilter wie braune Gläser, blockieren aber nicht ganz so viel Licht und sind eine Art Zwischending zwischen braunen und gelben Gläsern. Sie eignen sich für Wolkentage oder Geländearten mit schlechten Lichtverhältnissen wie etwa Wander- oder schattige Waldwege. Bernsteinfarbene Gläser können auch nachts in gut beleuchteten Gebieten getragen werden.

Wenn die bernsteinfarbene Tönung sehr dunkel ist, eignet sich die Brille im Gegensatz zu eher helleren Ausführungen auch für Sonnentage mit höherer Lichtintensität.

Rosa

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Rosafarbene Gläser verbessern den Kontrast, reduzieren Augenermüdung und erhöhen die Sehschärfe, verzerren aber die Farben. Das muss nicht unbedingt ein Nachteil sein, muss aber unter bestimmten Umständen berücksichtigt werden.

Geeignet für schlechte Lichtverhältnisse (dunkle Tage, Nebel, Sprühregen, Morgen- und Abenddämmerung) und Fahrten sowohl auf der Straße als auch im Gebirge. 

Weniger geeignet für sehr sonnige Tage, es sei denn, du hast vor,  in einem üppigen Märchenwald zu fahren. Und Achtung, denn rosafarbene Gläser verzerren die Farben und du könntest anfangen, seltsame Dinge zu sehen.

Gelb und Orange

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Filtern blaue Lichtwellen heraus, sorgen so für eine bessere Fokussierung sowie eine optimierte Tiefen- und Entfernungswahrnehmung und verbessern bei sehr schlechten Lichtverhältnissen die Sicht.

Die perfekte Wahl für stark bewölkte Tage, Nebel oder starken Sprühregen. Auch geeignet für Morgen- oder Abenddämmerung oder Gebiete, in denen Pflanzen und Bäume nur wenig Licht hindurchlassen.

Genau wie die vorigen Modelle eignen auch sie sich eher weniger für helle Sonnentage.

Grün

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Neutralisieren die Farben und sorgen für eine ausgewogene Farbwahrnehmung. Bessere Sicht in Schattenzonen und effektive Blendeffektreduktion an Sonnentagen.

Obwohl Grün nicht die beste Farbe zum Radfahren ist, eignen sich grüne Gläser gut für Regentage und Fahrten im Wald und in den Bergen.

Und wie eingangs erwähnt, auch wenn das Glas außen grün verspiegelt ist, ist die Tönung in der Regel schwarz oder grau.

Blau und Violett

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Reduzieren Blendeffekte, verbessern die Kontur- und Farbwahrnehmung, reduzieren Augenermüdung und sind nicht zuletzt auch optisch ein trendiger Hingucker.

Sie eignen sich besonders für wechselnde Lichtverhältnisse, was vor allem beim Mountainbiking von Vorteil ist, für helle Sonnentage sind sie jedoch weniger geeignet.

So viel zu den gängigsten Brillengläsern. Komplett ist unser Guide aber erst mit dem folgenden Brillenglastyp:

Durchsichtiges Brillenglas

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Durchsichtige Brillengläser bieten dir unverfälschte Sicht. Obwohl sie nachts oder an stark bewölkten Tagen die beste Leistung bieten und für sehr sonnige Tage eher nicht zu empfehlen sind, sind sie doch immer eine gute Wahl, um die Augen vor Staub, Insekten, Wind und natürlich vor der UV-Strahlung zu schützen. Auch Sirokos Clear Gläser sind ein echter Schutzschild gegen gefährliche Strahlung.

Wie eingangs erwähnt, ist es wichtig, bei der Wahl der Brillenglasfarbe das Gelände, die Licht- und Schattenintensität und natürlich auch den persönlichen Geschmack einfließen zu lassen. Schließlich sollst du dich mit deiner Brille wohlfühlen und gut aussehen.

Die Entscheidung sollte nicht auf die leichte Schulter genommen werden, denn manche Tönungen schärfen die Sicht und lassen einen Details schneller und klarer erkennen. Und das bedeutet letztlich eine kürzere Reaktionszeit und mehr persönliche Sicherheit und Leistungsfähigkeit.

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