cold tricks 5bbb0828 a789 4348 a52f 79253f944635

Tipps, um auf dem Rad der Kälte zu trotzen

Jeder, der im Winter mit dem Fahrrad unterwegs ist, weiß sicher, wie sehr die kalten Temperaturen dem Körper, insbesondere den Händen und Füßen, zusetzen. In den meisten Fällen ist dies auf mangelhafte Ausrüstung zurückzuführen und lässt sich leicht beheben, indem man eine weitere Lage Klamotten anzieht und Fahrradbekleidung und -accessoires benutzt, die speziell für kaltes Wetter gedacht sind.

Manchmal stellt sich aber auch bei perfekter Ausstattung ein unangenehmes Kältegefühl ein, welches Steuerung und Handling des Fahrrads erschwert. Die Ursachen sind vielfältig: schlechte Durchblutung, eine falsche Sitzposition, die den Blutfluss behindert, zu wenig Essen und Trinken oder einfach nur zu viel Kälte oder schlicht Selbstüberschätzung. Für all diese Fälle gibt es die eine oder andere Abhilfe. Den eigenen Arzt um Rat fragen, das Fahrrad anpassen, genug zu essen und zu trinken mitnehmen oder auf dem Heimtrainer radeln. Wenn du aber keine Lust hast, drinnen zu bleiben und du dich dem rauen Wetter stellen willst, findest du hier ein paar DIY-Tricks, mit denen du der Kälte ein Schnippchen schlagen kannst:

  1. Frischhaltefolie. Wickle deinen Radschuh vom Fußrücken bis zur Zehenpartie ein paar Mal ein, so wird der Fuß isoliert und die Wärme im Inneren gehalten. Die Folie an den Cleats einreißen und den Schuhüberzug anziehen. Mit diesem Trick und einem Paar guter Thermosocken lässt sich selbst Eiseskälte gut überstehen.

    Manche Radsportler ziehen sich die Frischhaltefolie lieber über die Socke. Wir raten davon ab, da das sehr unangenehm werden kann. Der Fuß kann nicht atmen und schwitzt stark.

  2. Alufolie. Wie oben, aber diesmal wird die Folie nur im Bereich des Fußrückens angebracht. Zur Not tut es hier auch eine Alu-Chipstüte.

    Folie nicht über der Socke tragen. Das ist unbequem, Atmungsaktivität kannst du vergessen und die Folie bröselt im Schuh auseinander.

  3. Einweg-Schuhüberzüge aus Plastik. Eine weitere Möglichkeit, deine Füße zu schützen, wenn keiner der beiden anderen Tricks dich überzeugen konnte. Stoffe wie Leinen oder andere Materialien sind hierfür ungeeignet.

    plastic overshoes

  4. Hand- und Fußwärmer. Nicht unbedingt die umweltfreundlichste und nachhaltigste Lösung, aber sie erfüllen ihren Zweck. Doch Achtung, manche Wärmepacks werden so heiß, dass sie nicht in direkten Kontakt mit der Haut kommen sollten.

    hand warmer

    Thermopad auf den Fuß- oder Handrücken legen. Du kannst auch eines in die mittlere Rückentasche deiner Winterradjacke stecken, so bleibt deine Wirbelsäule warm.

    Für den Pannenfall solltest du immer ein paar Wärmepacks in deinem Reparaturkit dabei haben, so bleiben deine Hände beim Flicken warm.  

  5. Isolierband. Decke die Löcher deiner Schuhsohlen damit ab, so verhinderst du, dass von unten kalte Luft oder Wasser eindringen. Klebeknete ist auch eine Option, jedoch kann das Entfernen im Sommer zu einer ziemlichen Sauerei werden.

  6. Gebrauchte oder ausgemistete Socken. Bastle dir aus alten Wintersocken ein paar Belgian Booties. Mach ein paar Löcher rein (für Cleats und Ferse) und schon hast du Überschuhe für moderat kalte Temperaturen. Wird es zu kalt, kannst du sie unter deinen Winterschuhen tragen.

    belgian bootie

  7. Frostschutzmittel in den Cleats. Dieser Trick ist besonders nützlich für alle, die im Winter Mountainbike, Cyclocross oder Gravel fahren. Wenn man bei Minusgraden unterwegs ist und durch Gegenden mit Wasser und Schnee fährt, ist es sehr wahrscheinlich, dass Schuhplatten oder Pedale irgendwann klemmen. Ein wenig Frostschutzmittel kann einem hier eine Menge Ärger ersparen.

  8. Dünne Thermohandschuhe unter den Winterhandschuhen. Setze auf Lagen. Spezielle Fahrradhandschuhe braucht es hierfür nicht. Wichtig ist nur, dass die Handschuhe Wärme isolieren und die Bewegungsfreiheit der Finger nicht einschränken. Sie sollten nicht zu eng anliegen, sonst werden deine Hände schlecht durchblutet und kalt. Setze beim Kauf von Winterhandschuhen lieber auf eine leicht lockere Passform.

  9. Nitrilhandschuhe. Von ihnen solltest du immer ein Paar in deinem Reparaturkit dabeihaben. Mit ihnen bleiben die Hände bei Reparaturen sauber und unter Winterhandschuhen getragen schützen sie vor Wasser. Gegen Kälte bieten sie keinen großen Schutz.

    Latexhandschuhe, zur Not tun es auch andere Handschuhe von der Tankstelle, sind ebenfalls sehr nützlich. Sie alle sind wasserdicht, doch wenn die Hände stark schwitzen, wird es nass.

  10. Duschhaube. Radsportler, denen es nur um die Aerodynamik geht, sollten diesen Trick überspringen. Duschhauben sind sehr unansehnlich, doch wenn man sie über dem Helm trägt, halten sie den Kopf trocken. Und wenn man sie unter dem Helm trägt, halten sie die Wärme drinnen. Und für die Füße eignen sie sich auch.

  11. Zeitung im Radtrikot. Ein Radsportklassiker, der auch im digitalen Zeitalter Verwendung findet, vor allem bei Rennen, wenn die Profis kurz vor der Passhöhe stehen und die Abfahrt ansteht. Die Zeitung absorbiert den Schweiß und schützt die Brust.

    newspaper vinokurov
    Eine einfache Plastiktüte schützt ebenfalls vor Kälte, absorbiert aber keinen Schweiß.

  12. Isoflasche. Eigentlich sollen sie im Sommer das Wasser kalt halten, doch wenn man sie vor der Tour mit heißem Wasser füllt, ist es am Ende zumindest nicht eiskalt. Du kannst auch eine normale Trinkflasche mit heißem Wasser füllen, doch wenn die Außentemperatur zu niedrig ist, kühlt das Wasser schnell wieder ab.  

    Um zu verhindern, dass das Wasser gefriert, einfach einen Teelöffel Wodka hinzugeben. Aber nur einen.

    Wenn du Kräutertees magst, kannst du deinen Lieblingstee in die Wasserflasche füllen. Andere Optionen: Brühe, heißer Johannisbeersaft oder heißer Maya-Kakao ohne Milch.

    Eine Isoflasche mit Düsenverschluss ist auch eine gute Idee, vor allem für MTBler und Gravel-Fahrer, die keinen Modder in ihrem Wasser haben möchten.

Zum Schluss noch eine Empfehlung: Wärme dich auf, bevor du losfährst. Fahre ein bisschen auf deinem Rollentrainer oder trainiere deine Körpermitte. Aber nicht in voller Montur, denn sonst schwitzt du zu stark. Wenn du dich aufgewärmt hast, ziehe dich von Kopf bis Fuß warm an und fahre los. Und denke dran, sofern es die Wetterbedingungen zulassen, kann man das Radfahren auch im Winter genießen.

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.


Empfohlene Artikel