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Typen von Fahrradhandschuhen und warum man sie benutzen sollte

Handschuhe sind beim Radfahren nicht unbedingt notwendig, aber ein Muss, wenn man sich bei einem Sturz nicht die Hände kaputtmachen will. Und das Mehr an Schutz ist nicht der einzige Vorteil. Es gibt noch viele weitere Gründe, warum jeder Radsportler Handschuhe tragen sollte (Komfort, Sicherheit, Dämpfung). 

Diesen kurzen Leitfaden über Fahrradhandschuhe haben wir zusammengestellt, damit du den richtigen Handschuh für jede Disziplin und jede Jahreszeit finden kannst:

Handschuhtypen

Auf dem Markt sind zwei Haupttypen erhältlich:

  1. Fausthandschuhe – Fahrradhandschuhe mit kurzen Fingern oder ohne Finger
  2. Vollfingerhandschuhe – Langfinger-Fahrradhandschuhe

Fausthandschuhe – Fahrradhandschuhe mit kurzen Fingern oder ohne Finger

Aus Gründen der Leichtigkeit, des Komforts und der Atmungsaktivität der gängigste Handschuhtyp, vor allem im Sommer oder an heißen Tagen. Fausthandschuhe eignen sich für jede Radsportdisziplin außer Enduro und Downhill, wo Vollfingerhandschuhe üblicher sind. Es gibt aber auch Radsportler, die auch beim Cross-Country lieber auf Langfingerhandschuhe setzen.

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Fausthandschuhe können mehr oder weniger Schutz vor Kälte und Wind bieten, sind aber im Allgemeinen nicht für Temperaturen unter 10 °C geeignet, es sei denn, einem wird schnell warm oder man trainiert gerne intensiv. Die Modellvielfalt ist riesig und reicht von ultraleichten, aerodynamischen Zeitfahrhandschuhen, die nur aus einer dünnen Lage Stoff  ohne Polsterung bestehen, bis hin zu Handschuhen mit Geleinlagen, Nasenwischer und Knöchelschutz. Wichtigste Merkmale:

  • Synthetische Materialien.
  • Fester, halbfester oder lockerer Sitz. 

Je nach Modell mit oder ohne:

  • Klettverschlüssen an den Handgelenken.
  • Nasen- und Schweißwischer.
  • Reflektierenden Details.
  • Geleinsätzen im Handinnenflächenbereich.
  • Elementen zur Verbesserung des Lenkergriffs.
  • Riemen oder Stoffelementen, die das An- und Ausziehen erleichtern.

Die Wahl der richtigen Größe ist entscheidend. Ein zu großer Handschuh passt sich der Hand nicht gut an und statt Sicherheit und Komfort zu gewinnen, kann beides sogar beeinträchtigt werden.

Vollfingerhandschuhe – Langfinger-Fahrradhandschuhe

Es gibt eine große Vielfalt an Langfingerhandschuhen, denn es gibt Modelle für alle Radsportdisziplinen und für jede Jahreszeit, ob es nun heiß, kalt oder regnerisch ist. Unterteilen wir die Langfingerhandschuhe in die folgenden Kategorien:

  1. Sommer-Vollfingerhandschuhe. Sie werden hauptsächlich im MTB-Bereich verwendet und ähneln in ihren Eigenschaften den Fausthandschuhen, die Finger aber sind lang.
  2. Übergangs-Vollfingerhandschuhe. Sie bieten etwas mehr Wärmeschutz, entweder weil das Material dicker ist oder weil sie mit einem synthetischen oder natürlichen Funktionsmaterial wie Merinowolle ausgestattet sind.
  3. Vollfingerhandschuhe für den Winter und für kaltes Wetter. Sie halten die Hände warm und schützen sie vor niedrigen Temperaturen und Wind. Die verwendeten Materialien heißen Gore-Tex®, Windstopper®, PrimaLoft®, Polartec® u.a., je nach Marke und Eigenschaften. Sie können außerdem mit Merinowolle oder Leder versehen sein. Einige Modelle sind recht dünn und leicht, während andere fast wie Schneehandschuhe oder gar wie warme Fäustlinge aussehen. Im Bereich des Handgelenks kann ein längeres Bündchen vorhanden sein, das verhindert, dass Kälte durch den Spalt zwischen Jacke und Handschuh eindringt. Es kann über eine einfache Manschette, ein Gummiband, einen Klettverschluss oder einen Riemen regulierbar sein oder über keinerlei Verstellsystem verfügen. 
  4. Regen-Vollfingerhandschuhe. Sie bestehen aus verschiedenen Funktionsmembranen oder Materialien wie Neopren, um sie noch wasserabweisender zu machen. Obwohl jeder Radsportler seine Hände und Füße bei Regen trocken halten möchte, sind zu 100% wasserdichte Radsport-Bekleidungsartikel oder -Accessoires unter gleichzeitiger Beibehaltung der Atmungsaktivität schwer zu realisieren. Wenn man zu viel Zeit im Regen verbringt, sind die Handschuhe irgendwann durchnässt und dann kommt es darauf an, die Hände warm zu halten.

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Bei Langfingerhandschuhen sind neben der Temperatur und den Wetterbedingungen, bei denen sie zum Einsatz kommen, zwei weitere wichtige Details zu beachten:

  • Die Auswahl der richtigen Größe. Wenn ein Handschuh zu groß ist, verrutschen Finger und Hand und man verliert den Halt. Außerdem kann zu viel Stoff die Bedienung von Bremsen und Schaltung erschweren. Ein zu kleiner Handschuh kann den Blutfluss blockieren und so verhindern, dass das Blut die Hände wärmt.
  • Touchscreen-kompatibler Zeigefinger. Damit kannst du nicht nur dein Smartphone bedienen, sondern auch Fahrradcomputer mit Touchscreen.

Werfen wir nun einen Blick auf die wichtigsten Gründe, warum man Handschuhe tragen sollte. Und schauen wir uns an, warum viele Radsportler keine Handschuhe tragen. Es gibt auch Radsportler, die Handschuhe nur zu bestimmten Anlässen (Wettkämpfe, Sportveranstaltungen, Gruppenfahrten) oder in bestimmten Radsportdisziplinen (MTB, Gravel, Enduro) tragen.

Gründe für das Tragen von Handschuhen 

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  • Besserer Grip und höhere Kontrolle am Lenker, vor allem bei stark schwitzenden Händen.
  • Absorbieren Schweiß und halten die Hände trocken, was für Komfort und Sicherheit sorgt. Denn wenn man den Bremshebel mit nassen Fingern betätigt, können sie leicht abrutschen und das kann unangenehme Folgen haben. 
  • Zusätzliche Stoßdämpfung, wenn die Handschuhe über Geleinsätze oder eine andere Art von Polsterung verfügen. Sie können Verletzungen verhindern.
  • Schutz der Hände im Falle eines Unfalls oder Sturzes. Wie du weißt, streckt man die Hände reflexartig aus, wenn man sich dem Boden nähert.
  • Aber man muss nicht gleich stürzen, um die Vorteile von Handschuhen zu erkennen, denn beim Mountainbiking bilden Langfingerhandschuhe eine Schutzschicht, die die Hände vor Scheuerstellen, Schnitten oder Kratzern schützt.
  • Sie dienen dazu, sich die Nase zu putzen und den Schweiß vom Gesicht zu wischen. Einige Modelle verfügen über einen speziellen Wischbereich.
  • Natürlich schützen die richtigen Handschuhe auch vor Kälte und Regen, da die Hände auf dem Rad schnell kalt werden.
  • Man vermeidet Schwielen, die sich bilden können, wenn man zu lange auf dem Fahrrad sitzt oder den Lenker zu fest umklammert.

Gründe, keine Handschuhe zu tragen 

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  • Vermeidung von Sonnenabdrücken.
  • Besseres “Gefühl” für den Lenker und bessere Verbindung zum Fahrrad. Dies wird von vielen Profis, z. B. Mathieu van der Poel, immer wieder angeführt.
  • Handschuhe lassen die Hände heiß und schwitzig werden.
  • Die Hände schwitzen kaum, also braucht man auch keine zusätzliche Schicht.
  • Man verwendet Griffe oder Lenkerband mit guter stoßdämpfender Polsterung.
  • “Rotzraketen” abfeuern.
  • Überzeugung und Aberglauben…

Um es kurz zu machen: All das spiegelt nicht unsere persönliche Meinung wider, hierbei handelt es sich lediglich um die Argumente der Fahrradhandschuhverweigerer. Für uns steht die Sicherheit immer an erster Stelle. Letzten Endes entscheidest aber nur du allein, ob du Handschuhe tragen willst oder nicht. Wir hoffen nur, dass du, solltest du dich für das Fahren mit nackten Händen entscheiden, nicht auf die harte Tour bei einem Unfall oder Sturz lernst, dass deine Entscheidung falsch war. Manchmal aber muss man wohl einfach aus seinen eigenen Fehlern lernen.

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