road tires

Wie die richtigen Rennradreifen finden

Solltest du die Reifengröße und -breite deines Rennrads nicht kennen, dann schau dir doch unsere Shopping-Tipps zur Auswahl der richtigen Fahrradreifen an, bevor es das erste Mal raus auf die Straße geht. Hier lernst du, welche Reifengröße du benötigst, wann du die Reifen wechseln solltest und wie du den richtigen Schlauch findest. Weitere Informationen über Drahtreifen findest du im ersten der vier folgenden Blogabschnitte:

  1. Karkassentypen
  2. Drahtwulst vs. Faltwulst
  3. Was bedeutet der TPI-Wert für Fahrradreifen und warum ist er wichtig?
  4. Gängigste Reifenbreiten

Karkassentypen

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  1. Drahtreifen. Die gängigste Reifenart, die sich ihre Stellung als Platzhirsch aber auf lange Sicht mit den Tubeless-Reifen teilen wird.

    Das System basiert auf einem Schlauch, der sich zwischen Reifen und Felge befindet. Wird der Reifen über das Ventil aufgepumpt, drückt der Schlauch den Reifen in die Felge und verbindet den Drahtwulst mit dem Felgenhaken.
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Vorteile: 

Nachteile:

  • Aus Sicherheitsgründen und aufgrund erhöhter Pannenanfälligkeit kann nicht mit sehr niedrigem Reifendruck gefahren werden.
  1. Schlauchreifen. Im Straßenverkehr nicht sehr gängig, aber bei Profis weit verbreitet. Dies ändert sich jedoch dank besserer Drahtreifen/-schläuche und Tubeless-Reifen zunehmend. Übrigens: Kasper Asgreen gewann die Flandern-Rundfahrt 2021 mit Schlauchreifen und Sonny Colbrelli entschied die Paris-Roubaix-Rundfahrt 2021 mit Tubeless-Reifen für sich.

    Bei Schlauchreifen kommt ebenfalls ein Schlauch zum Einsatz, dieser ist jedoch vernäht und in die ihn vollständig umschließende Reifenkarkasse eingebettet. Um den Schlauch mit der Felge zu verbinden, können Kleber oder Klebestreifen (weniger gebräuchlich) verwendet werden. Erfordert eine Spezialfelge.
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Vorteile: 

  • Leicht.
  • Weniger Rollwiderstand. 
  • Besseres Fahrgefühl.
  • Man kann mit sehr niedrigem Reifendruck fahren. 

Nachteile:

  • Reifenpannen sind nicht einfach zu beheben.
  • Montage- und Klebeprozess erfordert Erfahrung.
  1. Tubeless-Reifen. Auf den Straßen immer beliebter, sowohl bei Amateuren als auch bei Profis.

    Das System ist dem herkömmlichen Reifen und der konventionellen Felge sehr ähnlich, nur gibt es keinen Schlauch. Um die Luft zu halten, braucht es einen schlauchlosen Reifen, eine Felge und ein Ventil sowie ein flüssiges Dichtmittel zum Abdichten von Rissen und Löchern. 
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Vorteile:

  • Weniger Druck für bessere Traktion, Kontrolle und/oder Komfort. 
  • Geringerer Rollwiderstand, da die Reibung zwischen Schlauch und Reifen wegfällt. 
  • Keine “Snakebites” und kleine und mittelgroße Löcher können mit dem flüssigen Dichtmittel abgedichtet werden.

Nachteile: 

  • Anfällig für große Löcher und Risse. Die Reparatur erfordert Zeit, zusätzliche Materialien oder einen herkömmlichen Schlauch. 
  • Die Montage kann sich zu Beginn schwierig gestalten, da viel Druck erforderlich ist, um Reifen und Felge zu verbinden. TIPP: Verwende zunächst einen herkömmlichen Schlauch, pumpe den Reifen mit einer Standpumpe auf, bis die Wülste in die Felge passen, lasse den Reifen ein paar Stunden lang stehen, lasse die Luft ab, entferne den Schlauch, setze das Tubeless-Ventil und das Dichtmittel ein und pumpe ihn erneut auf.

Drahtwulst vs. Faltwulst

Bei normalen Reifen unterscheidet man zwischen zwei unterschiedlichen Wulstarten: dem Drahtwulst und dem Faltwulst. Der Hauptunterschied liegt hier im Wulstmaterial. Der Drahtwulst besteht aus Stahl und der Faltwulst aus Kevlar. Hier die Vor- und Nachteile:

Drahtwulst

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  • Vorteile:
    • Kostengünstig. Billiger und langlebiger als Faltwülste.
    • Langlebigkeit. Die Gummimischung ist in der Regel härter und hält länger.
    • Höhere Pannensicherheit. 
  • Nachteile:
    • Wegen des Stahlseils, des harten Gummis und der niedrigen TPI-Karkasse schwerer.
    • Können nicht gebogen werden.
    • Schlechterer Grip und höherer Rollwiderstand aufgrund des harten Gummis und des niedrigen TPI-Wertes.
    • Montage ist komplizierter als bei Faltwülsten.

Faltwulst

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  • Vorteile:
    • Lassen sich leicht zusammenfalten und transportieren.
    • Höhere Gummiqualität. Hohe TPI-Karkassen.
    • Hoher TPI-Wert + weiche Reifen = weniger Rollwiderstand und mehr Grip.
    • Durch Kevlarcord, hohe TPI-Karkasse und weniger Gummi leichter.
    • Einfache Montage.
  • Nachteile:
    • Weiche Gummis nutzen sich schneller ab.
    • Je höher der TPI-Wert, umso pannenanfälliger.
    • Preis. Teurer, weniger langlebig und pannenanfälliger als Drahtwülste.

Was bedeutet der TPI-Wert für Fahrradreifen und warum ist er wichtig?

TPI ist die Abkürzung für Threads Per Inch (Fäden pro Zoll) und meint die Anzahl der Fäden, die die Karkasse auf einem Zoll aufweist. Ursprünglich wurde wegen ihrer Flexibilität Baumwolle verwendet (bei einigen Schläuchen ist das immer noch der Fall), doch heute sind Nylon, Kevlar und Aramid am weitesten verbreitet. 

Je höher der TPI-Wert der Karkasse, desto hochwertiger und teurer ist sie, da sie pro Zoll mehr und feinere Fäden und weniger Gummi aufweist. Das reduziert das Gewicht, verbessert die Flexibilität des Reifens und lässt ihn schneller werden. Allerdings ist ein solcher Reifen auch pannenanfälliger und nutzt sich schneller ab.

Reifen mit niedrigem TPI-Wert besitzen Karkassen mit weniger, dickeren Fäden und mehr Gummi. Sie sind weniger flexibel, schwerer und haben einen höheren Rollwiderstand. Der Vorteil: Sie sind billiger und pannensicherer.

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Der TPI-Wert spielt bei Reifenwahl eine wichtige Rolle. Achte immer auf ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Geschwindigkeit, Leichtigkeit und Pannensicherheit. Doch kann hier je nach Terrain und Verwendung einer der drei Eigenschaften der Vorzug gegeben werden.

Die gängigsten Reifenbreiten

Die gängigste Breite ist 25 mm. Bis vor kurzem waren 23-mm-Reifen (oder sogar weniger) oder Schlauchreifen mit hohem Druck Standard, da man sich von ihnen eine höhere Geschwindigkeit versprach.

Untersuchungen haben gezeigt, dass breitere Reifen mit weniger Druck schneller sind, weil sie flexibler sind, sich besser an das Gelände anpassen und mehr Erschütterungen abfangen. Außerdem ist die Aufstandsfläche kürzer und breiter, was für einen geringeren Rollwiderstand sorgt. Für die überwiegende Mehrheit der Radsportler ist diese Verbesserung unerheblich und geht ohne geeignete Reifen verloren, Profis aber bietet sie einen marginalen Vorteil.

Für sehr unebenes Terrain oder wenn man mehr Grip wünscht, ohne dabei an Komfort, Sicherheit und Geschwindigkeit einbüßen zu wollen, sind 28- oder sogar 30-mm-Reifen besser geeignet. Man kann mit weniger Druck fahren, ohne eine Reifenpanne zu bekommen. Das gilt v. a. für Tubeless-Reifen.

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VORSICHT! Nicht alle Fahrräder können mit breiteren Reifen als 28 mm gefahren werden. Bevor du dir breitere Reifen zulegst, solltest du dich vergewissern, dass sie auf deine Felgen passen und dass dein Rahmen genügend Spielraum hat, um sie ohne Reibung zu montieren. Wenn du Felgenbremsen hast, musst du darauf achten, dass die Bremssättel genügend Spiel haben. Das Gleiche gilt für die Schutzbleche. Bequemere Schuhe machen schließlich auch keinen Sinn, wenn sie zu groß sind.

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Zu guter Letzt wirst du vielleicht feststellen, dass die Laufrichtung bei vielen Reifen durch einen Pfeil auf der Seitenwand angezeigt wird. Wenn der Reifen glatt ist, kein Profil hat und/oder keinen Hinweis aufweist, kann er in beide Richtungen gefahren werden.

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