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Schmerzen beim Radfahren – 6 Gründe

Obwohl Radfahren als äußerst gesundheitsfördernd gilt, hat sicher jeder Radsportler schon einmal die eine oder andere Beschwerde beim Tritt in die Pedale erlebt. Angefangen vom klassischen Kampf Hintern gegen Sattel (bei dem der Hintern immer verliert) bis hin zum unangenehmen Gefühl der Metatarsalgie und einer Vielzahl anderer Beschwerden, von denen einige intensiver sind als andere. Dabei kann es sich um einen einfachen, sporadischen Schmerz handeln, um einen Schmerz, der nach 1 oder 2 Stunden auf dem Rad aufflackert, um einen konstanten Schmerz oder um etwas, das einen ganz vom Radfahren abhält. Um den Beschwerden entgegenzuwirken, wird alles Mögliche ausprobiert: Man geht beim Fahren aus dem Sattel, verändert die Position der Hände am Lenker, dehnt sich oder geht zur Physiotherapie. Die Besserung ist jedoch meist nur von kurzer Dauer. Wenn die Ursache nicht ausgemacht werden kann, kehren die Schmerzen unweigerlich zurück. Hier die 6 häufigsten Ursachen für Schmerzen und Verletzungen bei Radsportlern.

Schlechte körperliche Verfassung und/oder fehlende Trainingsgewohnheiten

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Hat man gerade erst mit dem Radsport begonnen, sind Schmerzen schlicht vorprogrammiert. Das Gleiche gilt für jeden, der nach einer längeren Pause wieder in den Sattel steigt. Am häufigsten treten Schmerzen im Gesäßbereich auf, aber auch in den Beinen, im Rücken, im Nacken und in den Händen. Die meisten von ihnen verschwinden, sobald man wieder in Form ist oder wenn sich der Körper an die körperliche Belastung und die Position auf dem Fahrrad gewöhnt hat. Bleiben sie jedoch bestehen, so kann dies ein Zeichen dafür sein, dass etwas nicht in Ordnung ist. Und es können neue Schmerzen hinzukommen, die in die nächste Kategorie fallen.

Zu viel und/oder zu schnell fahren

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Selbst Radprofis haben nach mehreren Etappen oder sehr intensiven Rennen Muskelkater. Für uns Normalsterbliche ist es also alles andere als ungewöhnlich, dass wir nach 5 oder 6 Stunden Bergauf- und Bergabfahren unter Schmerzen leiden. Gleiches gilt auch, wenn man zwecks höherem Tempo permanent in der Aero-Position fährt. In allen Fällen lassen sich Schmerzen nach einem intensiven und ausgedehnten Radtraining kaum vermeiden. Selbst der beste Biomechaniker kann die Beschwerden zwar lindern, vollständig beseitigen aber kann auch er sie nicht.

Falsche Position auf dem Rad

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Dies ist zweifellos die häufigste Ursache und diejenige, die die meisten Beschwerden verursacht. Das Problem kann alles sein, von der Position der Schuhplatten über Lenkerhöhe, Sattelhöhe, Satteltyp oder die Länge des Vorbaus. Und das Problem lässt sich nicht einfach lösen, indem man sich ein paar Tutorials anschaut, ein paar Schrauben löst und ein paar Komponenten neu einstellt. Denn hier gilt immer: Löst man ein Problem, so kann dies immer einen Rattenschwanz nach sich ziehen. Wenn man sein Fahrrad viel benutzt und Schmerzen vermeiden und so bequem wie möglich fahren möchte, empfiehlt es sich, eine biomechanische Analyse durchführen zu lassen. Sie ist zwar teuer, doch bedenke, dass du nicht nur schneller und bequemer fahren, sondern auch Verletzungen vermeiden und langfristig Geld für Ärzte, Physiotherapie, Massagen usw. sparen wirst. Und die vollständige biomechanische Analyse kann dich nicht nur dazu bringen, dein Rad vollständig an deine Bedürfnisse anzupassen, sie kann auch ergeben, dass die Ursache deiner Beschwerden in einer der beiden folgenden Kategorien zu finden ist.  

Körperliche Asymmetrien

Ein guter Biomechaniker beginnt die Untersuchung mit einer Reihe von Fragen zur eigenen körperlichen Verfassung, zu Schmerzen und Verletzungen, zur eigenen Erfahrung, zur Fahrraddisziplin und zur Fahrradnutzung… Danach wird in der Regel ein Scan/eine Messung durchgeführt, um den Bewegungsumfang der Gelenke zu ermitteln und mögliche Asymmetrien auszumachen. Ob kürzerer Fuß, längeres Bein, Hüft-, Knie- oder Knöchelverletzung. Dein Körper wird versuchen, bestehende Asymmetrien auszugleichen und das wiederum kann zu Schmerzen und Beschwerden in bestimmten Muskeln und Gelenken auf der gleichen Seite, auf der gegenüberliegenden Seite oder in einem ganz anderen Bereich führen (so verursacht ein Hüftleiden z. B. häufig Schmerzen im unteren Rücken).

Muskelschwäche oder muskuläre Dysbalance

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Und das gilt sowohl in Bezug auf die Kraft als auch auf die eigene Beweglichkeit. Und genau aus diesem sind Kraftübungen und die Arbeit an der Plastizität der eigenen Muskulatur so wichtig. Hierbei sollte man sich sowohl auf die Muskeln konzentrieren, die man beim Radfahren aktiv beansprucht, als auch auf die helfende und jene Muskulatur, die durch das Radfahren geschwächt oder verkürzt wird. Und das ist umso wichtiger, wenn man im Job viel sitzt. Sind Dysbalance und Schwäche nicht sonderlich präsent, sind sie nur schwer zu erkennen. Daher empfehlen wir dir bei länger anhaltenden Schmerzen einen Physiotherapeuten, Biomechaniker oder Sportmediziner aufzusuchen, der die erforderlichen Untersuchungen und Tests durchführen kann.

Falsche Kleidung und falsches Zubehör

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Da es sich hier um einen Siroko Blog handelt, müssen wir natürlich auch auf die Beschwerden und Schmerzen eingehen, die durch die falsche Fahrradbekleidung und durch falsches Zubehör verursacht werden. Heißt, wenn Kleidung und Zubehör falsch oder gar nicht verwendet werden…

Der Gesäß- und Schrittbereich verdient hier besondere Aufmerksamkeit. Hier empfiehlt es sich nicht nur, einfach Trägerhosen mit Sitzpolster zu tragen. Wichtig ist auch, auf Unterwäsche zu verzichten und eine Hose in der richtigen Größe zu wählen. Wenn sie die optimale Passform hat, kann das Sitzpolster nicht verrutschen und seine Aufgabe erfüllen. Und das heißt, dass Scheuerstellen und Hautreizungen effektiv vermieden werden. Und bedenke bei der Wahl der richtigen Hose immer, dass die Materialien sehr elastisch sind. Liegst du also zwischen zwei Größen, dann entscheide dich für die kleinere.

Schmerzen in Händen oder Fingern können entstehen, wenn keine Handschuhe getragen werden oder diese nicht genug gepolstert sind, um dem Druck der Lenker abzufedern.

Nun zum dritten Kontaktpunkt beim Radfahren: die Füße. Zu enge, zu kleine oder zu schmale Radschuhe sowie zu dicke Socken können die Durchblutung der Füße beeinträchtigen, zu viel Druck ausüben und Taubheitsgefühle sowie andere Beschwerden verursachen.

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