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Sicheres Radfahren – Wie man Unfälle mit Fahrzeugen und Fußgängern vermeidet

Radfahren ist sowohl für unsere eigene Gesundheit als auch für unseren Planeten von großem Nutzen, ganz ungefährlich ist es aber nicht. Die Fakten sind eindeutig: Alle 13 Minuten stirbt irgendwo auf der Welt ein Radfahrer. Die meisten dieser Todesfälle werden durch Unfälle mit anderen Fahrzeugen verursacht. Und unabhängig von der unvermeidlichen Debatte, die jedes Mal nach solch einem tödlichen Unfall aufkommt, steht doch fest, dass immer nur der Radfahrer der Leidtragende ist.

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Trotz all dieser Daten nimmt die Zahl der Radfahrer immer weiter zu und Fahrräder werden immer beliebter. Und das wiederum erhöht die Unfallwahrscheinlichkeit. Hier ein paar wichtige Tipps, wie du Unfälle vermeiden kannst:

Verkehrsregeln lernen und befolgen

  • Achte auf Ampeln und halte dich an die Verkehrsschilder.
  • Nicht auf dem Zebrastreifen fahren, du hast keine Vorfahrt.
  • Gibt es Radwege, benutze sie. Manchmal ist genau das Pflicht.
  • Nicht auf Autobahnen fahren und auch manche Schnellstraßen meiden. Hier ist das Radfahren nicht erlaubt.
  • Immer in Fahrtrichtung fahren.
  • Bürgersteige sind für Fußgänger da. Vermeide sie so gut es geht und fahre langsam. Es gibt mehrere Studien (diese und diese) die belegen, dass sich hier das Unfallrisiko verdoppelt.
  • Vermeide Ablenkungen, mit denen du den Verkehr und das Geschehen um dich herum nicht mitbekommst. Heißt: Handy vom Ohr und auch auf das Tragen von Kopfhörern solltest du verzichten
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Beanspruche mehr Platz auf der Straße

Wenn du in der Stadt mit dem Fahrrad unterwegs bist, halte immer genug Abstand von der Bordsteinkante. Wenn möglich, nimm die gesamte Fahrbahn ein.  

Auf Schnellstraßen solltest du, sofern der Seitenstreifen nicht ausreicht oder in schlechtem Zustand ist, ebenfalls Abstand vom Fahrbahnrand halten.

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Obwohl viele Autofahrer genervt davon sind und es manchmal zu hitzigen Diskussionen kommt, müssen wir als Radfahrer unseren Platz auf den Straßen zurückerobern. Wir sind keine Hindernisse, die anderen im Weg stehen.  

Dadurch:

  • Gewinnen wir Zeit und Raum zum Manövrieren, wenn sich unverhofft eine Autotür öffnet oder plötzlich ein Fußgänger oder ein Hund auftaucht usw.
  • Verhindern wir, dass Fahrzeuge an uns vorbeifahren, wenn nicht genügend Platz vorhanden ist.
  • Bringen wir den Autofahrern bei, geduldig zu sein und richtig zu überholen.

Fahrradbeleuchtung, reflektierende Kleidung, Fahrradklingel – sorge dafür, dass du gesehen und gehört wirst

Immer an die Fahrradbeleuchtung denken. Sie ist nachts, aber auch tagsüber ein absolutes Muss. Wenn es die Gesetze und Vorschriften zulassen, verwende schnelle Blinklichter, am besten im Wechselmodus.

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Trage helle Kleidung mit reflektierenden Details. Unserer Erfahrung nach verschmelzen manche Farben mit der Umgebung, so dass der Radfahrer eher unsichtbar und “getarnt” ist und von Autofahrern unmöglich gesehen werden kann.

Handzeichen beim Fahrradfahren sind ebenso wichtig wie Blinker. Bewege dich und signalisiere mit Armen und Händen, dass du da bist und was du vorhast. So bist du viel besser sichtbar.

In einigen Teilen der Welt ist eine akustische Signalanlage am Fahrrad vorgeschrieben. Das kann eine Klingel oder eine Hupe sein. Ein Zuruf, eine akustische Warnung oder eine Trillerpfeife aber können genauso effektiv oder sogar noch effektiver sein als eine Klingel, da man gleichzeitig bremsen und manövrieren kann.

Mache dich mit deiner Gegend vertraut und fahre in der Gruppe

Auf diese Weise findest du heraus, wo es Radwege gibt, welche Straßen breite Seitenstreifen haben und in gutem Zustand sind, welche Gegenden am gefährlichsten sind, auf welchen Straßen viel Verkehr herrscht und wann die Rush Hour beginnt, welche Straßen in schlechtem Zustand sind und welche man bei Regen oder Frost meiden sollte.

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Mehrere Radfahrer sind besser sichtbar als ein einzelner, aber es ist wichtig, dass man sich an die Regeln hält. Auf den meisten Straßen kann man zu zweit nebeneinander fahren, auf anderen besser hintereinander. Aber auf keinen Fall sollte man in einem Pulk fahren, der die gesamte Fahrbahn einnimmt oder den Verkehr behindert.

Fahre, als ob du unsichtbar wärst

Vorsicht ist immer besser, denn auch wenn man im Recht ist, hat man bei einem Unfall immer das Nachsehen. An Straßenkreuzungen ist besondere Vorsicht geboten, da andere Fahrzeuge unerwartet abbiegen könnten. Halten sowohl zu fahrenden als auch zu parkenden Fahrzeugen immer einen gewissen Sicherheitsabstand, damit dir genügend Zeit zu reagieren bleibt, falls sich unerwartet eine Tür öffnet oder jemand abrupt bremst.  

Lerne, dein Fahrrad zu kontrollieren und halte es in Schuss

Je besser du dein Fahrrad beherrschst, desto besser und schneller kannst du auf Gefahren oder Hindernisse reagieren und manövrieren. Hier sind drei Techniken, die deine Sicherheit beim Radfahren erhöhen.

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Mangelnde Wartung und Abnutzung können die eigene Sicherheit gefährden und im schlimmsten Fall zu Unfällen führen. Hier findest du einen Leitfaden, wie du dein Fahrrad am besten reinigen und instand halten kannst.

Lobbyarbeit und Aufklärung zur Verbesserung der Sicherheit

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All die oben genannten Maßnahmen nützen wenig, wenn es an Aufklärung, öffentlichem Bewusstsein oder angemessener Infrastruktur mangelt. Seinem Ärger nur Luft machen, reicht nicht, wir müssen Druck auf die Behörden ausüben, damit Maßnahmen ergriffen und Änderungen herbeigeführt werden. Sonst sind wir als Radfahrer weiterhin schutzlos allen möglichen Gefahren ausgesetzt. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass jeder Radfahrer so gut er kann Lobbyarbeit betreibt: Dazu gehören Bewusstseinsbildung und Erziehung von Familie und Freunden. Darüber, wie man das richtig Fahrrad benutzt, aber auch dass man andere Radfahrer zu respektieren hat. Wichtig ist außerdem, über die sozialen Medien Probleme anzusprechen oder sich zusammenzutun und dafür zu kämpfen, dass nicht immer die anderen gewinnen. 

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Nicht zuletzt möchten wir die Autofahrer darum bitten, sich auch selbst an die Regeln zu halten, die sie uns Radfahrern abverlangen und Verständnis für all diejenigen aufzubringen, die lieber mit dem Fahrrad zur Arbeit pendeln, als mit dem Auto Vollgas zu geben. Und vor allem liebe Autofahrer: Bitte haltet mehr Abstand und hetzt uns nicht.

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